Speed Dating im Business
- 28. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Zwei Minuten für die Ewigkeit: Meine Beobachtungen beim Business Speed Dating (Teil 1)
Business Speed Dating ist für mich wie ein Stimm-Labor unter Echtbedingungen.
Mir sitzen nacheinander Personen gegenüber. Wir haben jeweils zwei Minuten Zeit.
Und plötzlich wird sehr sichtbar, oder besser: hörbar, wie Stimmen Inhalte übertragen.
Hier meine Feldstudie Teil 1– selbstverständlich rein wissenschaftlich erhoben. 😉
Der Monolog-Pitcher
Er spricht zwei Minuten ohne Punkt und vor allem ohne Atempause (Hut ab), allerdings auch ohne mich wirklich wahrzunehmen.
Inhaltlich teilweise sogar gut, aber kommunikativ eine Einbahnstraße.
Ich nicke, ich lächle, ich atme ein, ich atme aus und übe mich in Mikro Meditation.
Meine Erkenntnis: Ein Punkt ist häufig wirkungsvoller als ein Komma, ein Komma, ein Komma…
Die Fünf-Berufe-gleichzeitig-Person
„Also hauptberuflich bin ich Coach. Nebenbei mache ich Immobilien. Und ich habe noch einen Podcast. Ach ja – und ich bin im Network Marketing. Und ich schreibe gerade an einem Buch. Und ich…“
Die Stimme klingt bemüht souverän. Das Tempo ist hoch, die Energie leicht hektisch.
Ich bekomme drei Visitenkarten über den Tisch gereicht.
Was bleibt bei diesem Bauchlanden bei mir hängen? Nichts!
Meine Erkenntnis: Wenn alles wichtig ist, klingt nichts wichtig.
Der „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was ich über mich erzählen soll.“ Mensch
… und plötzlich ist es still.
Mein Gegenüber schaut mich an und lächelt unsicher.
Ich denke: Was für eine Wohltat: kein Pitch, kein Skript, keine auswendig gelernte Phrasen, sondern… ein Mensch!
Und genau hier beginnt das echte Gespräch, ein Austausch, ein vierminütiger Dialog.
Meine Erkenntnis: Die beste Antwort auf zwei Minuten Aufmerksamkeit ist nicht Sprechdurchfall – sondern Präsenz.
Wer gehört werden will, muss klingen wie jemand, dem man zuhören will.
Den zweiten Teil gibt es in den nächsten Tagen!




Kommentare